Die neuen Prämien liegen vor

Noch bevor Bundesrat Pascal Couchepin am kommenden Donnerstag die Prämienerhöhungen der Krankenkassen offiziell mitteilen wird, liegen diese dem Krankenkassenblog bereits vor. Der vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) angekündigte Aufschlag von bis zu 15 Prozent wird nun mit einem durchschnittlichen Wert von knapp 9 Prozent angegeben. Teils deutliche Abweichungen davon sind wie immer regional bedingt und neben Versicherten mit hoher Franchise trifft es auch die Jugendlichen bis 26 Jahre.

In der Grundversicherung dürfen Krankenkassen das Alter der Versicherten nur im eingeschränkten Masse berücksichtigen. Im Lexikon des “kkvergleich” steht dazu:

Bei der Berechnung der Prämie in der Grundversicherung dürfen die Krankenkasse drei Einteilungen vornehmen: Kinder bis 18 Jahre, junge Erwachsene bis 26 Jahre und Erwachsene ab dem 26. Lebensjahr.

Die Risiken innerhalb dieser drei Gruppen können unterschiedlich bewertet werden. In der Regel werden für Kinder familienfreundliche Tarife angeboten, während Jugendliche ebenfalls mit tieferen Prämien angelockt werden, weil sie als gesund gelten und eher selten zum Arzt gehen. Dieser Umstand scheint sich aber geändert zu haben. Im Gegensatz zu den Erwachsenen, die mit einer durchschnittlichen Erhöhung von 8,7 Prozent zu rechnen haben, steigen die Prämien für junge Erwachsene im Schnitt um 14 Prozent. Damit verfehlt das Departement Couchepin die Vorgebe erneut, vor allem Familien zu entlassen. Ein Ziel übrigens, um deren Einhaltung sich die meisten Kassen nicht verpflichtet fühlen. Fast alle Krankenversicherer gewähren den Jugendlichen unter 26 Jahren keine oder nur noch sehr kleine Rabatte, weshalb es Jugendliche in diesem Jahr um so härter trifft. Entschuldigt wird diese Vorgehensweise im Allgemeinen mit der doch eher laschen Begründung, man habe in den vergangenen Jahren den Jugendlichen zu hohe Rabatte gewährt.

Riesige Unterschiede von Kasse zu Kasse

Zurück zu den Erwachsenen: Die Prämienunterschiede sind teilweise eklatant: ein Versicherter im Kanton Zürich zahlt bei kleinster Franchise bei der Supra sagenhafte 564 Franken Monatsprämie, während er bei der Groupe Mutuel mit 325 Franken im Monat davon kommt. Die Supra ist damit 75% teurer, verlangt pro Jahr also über 2′800 Franken mehr als die günstigste Kasse - bei genau gleicher Leistung. In der nachstehenden Liste sind die jeweils günstigsten und teuersten Kassen Deutschschweizer Kantone aufgeführt, wie sie vom BAG bewilligt wurden.

AG: Galenos 266 Franken / SKBH 380 Franken
AI: Assura 220 Franken / Sanitas 282 Franken
AR: EGK 229 Franken / CSS 318 Franken
BE: CM  364 Franken / SKBH 490 Franken Franken
BL: Hermes 308 Franken / Sympany 420 Franken
BS: Assura 354 Franken / Helsana 558 Franken
FR: Sanagate 305 Franken / Helsana 391 Franken
GL: Aquilana 247 Franken / Wincare 364 Franken
GR: Assura 260 Franken / CSS 359 Franken
JU: Assura 312 Franken / Wincare 489 Franken
LU: EGK 256 Franken / Visana 425 Franken
NW: Aquilana 205 Franken / Visana 291 Franken
OW: Aquilana 217 Franken / KPT 331 Franken
SG: Galenos 274 Franken / Visana 384 Franken
SH: Assura 276 Franken / Visana 394 Franken
SO: Provita 274 Franken / Progrès 363 Franken
SZ: Aquilana 243 Franken / Visana 384.20 Franken
TG: Sanagate 274 Franken / Helsana 365 Franken
UR: Progrès 235 Franken / Helsana 319 Franken
VS: CM 263 Franken / Visana 368 Franken
ZG: EGK 237 Franken / Helsana 324 Franken
ZH: Groupe Mutuel 325 Franken / Supra 564 Franken

Berechnung: Erwachsene Person, 300 Franken Franchise, keine HMO oder ähnliche Modelle, inkl. Unfall, wohnhaft in der jeweiligen Hauptstadt des Kantons.

Bemerkenswerte Unterschiede ergeben sich auch zwischen den Ballungszentren Zürich, Basel und Bern und den angrenzenden Kantonen: Ein Versicherter in Zürich bezahlt in der teuersten Kasse jährlich 2′200 Franken mehr, als ein Aargauer in seiner teuersten.

Weil kaum jemand “nur” wegen der Krankenkasse einen Wohnungswechsel vornehmen wird, ist es ungemein wichtig, dass man sich auch in diesem Jahr über die aktuellen Prämien in seinem Wohnort informiert. Hat man vor zwei, drei Jahren in die günstigste Krankenkasse gewechselt kann es gut sein, dass diese Kasse heute zu den teureren gehört. Die im Kanton Obwalden einst günstige KPT ist mit 330 Franken Monatsprämie inzwischen die teuerste geworden. Dass es billiger geht zeigt in diesem Fall die Aquilana. Sie verlangt für die selbe Leistung nur 217 Franken - 35% weniger.

Prämienvergleiche gibt es zahlreiche im Internet, einige sind sogar vollkommen unabhängig. Der “kkvergleich” beispielsweise bietet kostenlose und unabhängige Beratung an und verfügt über einen übersichtlichen Krankenkassenvergleich - mit kostenloser und unverbindlicher Offertenbestellung.

2 Responses to “Die neuen Prämien liegen vor”

  1. Meiner Meinung nach sind die Unterschiede Stadt/Land die nächste Ungerechtigkeit die angepackt werden muss. Es kann doch nicht von “hoher Lebensqualität in Zürich” gesprochen werden, wenn man dort fast 3.000 Franken mehr für die Krankenkasse hinblättert. Man bedenke, dass jede ander Versicherung hier auch deutlich teurer ist als zum Beispiel im Aargau.

  2. Die neuen Prämien liegen vor | Krankenkassenblog.ch…

    Noch bevor Bundesrat Pascal Couchepin am kommenden Donnerstag die Prämienerhöhungen der Krankenkassen offiziell mitteilen wird, liegen diese dem Krankenkassenblog bereits vor….

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