Helsana rechnet mit hohem Verlust

Die Finanzkrise scheint nun auch die Schweizer Krankenversicherer erreicht zu haben. Die Helsana gab dieser Tage einen möglichen Verlust in dreistelliger Millionenhöhe bekannt, gleichzeitig meldet sich Santésuisse, der Verband Schweizer Krankenkassen zu Wort: Die Finanzkrise sei nicht Hauptgrund zur Besorgnis.
Noch vor einigen Wochen durfte man eine nur moderate Erhöhung der Krankenkassenprämien zur Kenntnis nehmen. 2,9% würden diese im Durchschnitt steigen, dies meldete auch der Krankenkassenblog. Die Berechnungen für die Kosten im kommenden Jahr, wurden aber bereits im Sommer 2008 angestellt, als von einer Finanzkrise kaum etwas zu spüren war und noch im Oktober des gleichen Jahres liess sich Bundesrätin Doris Leuthard vernehmen, die Situation (die vielerorts “nur” als amerikanische Hypothekenkrise gehandelt wurde), hätten nur geringe Auswirkungen auf die Schweiz.
Musste man dieser Prognose damals schon mit Skepsis begegnen, ist die Gewissheit heute da: Die Finanzkrise wird bei der Helsana als Mitgrund für die massiven Verluste” im dreistelligen Millionenbereich” angegeben. Verluste, welche die gesetzlich vorgeschriebenen Reserven merklich schrumpfen lassen. Die genauen Zahlen sind erst nach dem Rechnungsabschluss Ende Jahr bekannt und dann werden auch andere Kassen ihre Zahlen präsentieren. Darüber, wie diese ausfallen werden, kann nur spekuliert werden. Der Sprecher der Helsana, Rob Hartmans weist ausserdem auf die steigenden Kosten im Gesundheitswesen hin, was die Prämienerhöhung für das Jahr 2010 viel eher antreiben werde.
In die gleiche Kerbe schlägt der Krankenkassenverband Santésuisse. Dieser ist besorgt über die sinkenden Reserven bei den Krankenversicherern. Als Grund stehe aber nicht die Finanzkrise im Vordergrund, als viel mehr die Kostensteigerung im Gesundheitswesen, wie Sprecher Felix Schneuwly gegenüber der Presse angibt.
Über das gewinnbringende Anlegen der Reserven, dürfen Krankenkassen selber entscheiden und investieren diese teilweise oder ganz in Aktien und Wertpapieren. Hier ist denn auch eine Gefahr für weitere Prämienerhöhungen zu erkennen. Sollte sich die Stimmung an den Märkten nicht erholen, könnte auch dies Auswirkungen auf die Prämien haben, wenn die Reserven beispielsweise so weit sinken, dass sie wieder aufgefüllt werden müssen.
Panik ist indes noch keine angesagt, auch Gedanken an einen Wechsel sollten nicht jetzt schon gemacht werden. Welche Folgen die Reserveeinbussen und die weiter steigenden Kosten auf die Prämien 2010 haben werden, kann noch nicht abgeschätzt werden, wie das Bundesamt für Gesundheit in einer Mitteilung schreibt. Man müsse die weitere Entwicklung  in der Finanzkrise abwarten. Gleichzeitig dürfte auch die Politik gefordert sein, welche sich mit den kostentreibenden Faktoren im Gesundheitswesen befassen muss.

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