So ärgern Sie Ihre Krankenkasse!

Steigende Prämien, tonnenweise Papierkram und wenn man die Versicherung braucht, ist sie mal wieder nicht zuständig. Mit der Krankenkasse hat man immer wieder Ärger, obwohl uns spätestens im Herbst meterhohe Plakatwände das Gegenteil glauben lassen wollen – es wird endlich Zeit zurückzuärgern!

Und wie ärgert man eine Krankenkasse am besten? Genau: indem man sie nicht braucht. Die Lösung wäre doch so simpel: Man wechsle in die allerbilligste Krankenkasse, schraube die Franchise nach zuoberst und schenke der Krankenkasse nur das allernötigste Minimum an Prämien. Ab sofort leben wir nur noch gesund, essen keine mehrfach gesättigten Fette mehr, gehen mit dem Velo statt mit dem Auto zur Arbeit, atmen nur noch frische Landluft ein und hören auch gleich noch auf zu rauchen. Täglich ein paar Minuten Bewegung, einheimische Früchte anstelle fabrikneuen Kalorienbomben und ab sofort stehen wir Schlange beim kostenlosen Blutdruck-Check in der Vorhalle des Gemeinschaftszentrums. Je nach Statistik steigern diese Aktivitäten die Lebensqualität und senken gleichzeitig das Krankheitsrisiko um jeweils zweistellige Prozentpunkte. Zusammengezählt macht das 50% mehr Lebenslust und 50% weniger Kranksein, macht 100% Ärger für die Krankenkasse, die nur noch von ein paar Franken Minimalprämie leben muss. Ok, Arztpraxen und Spitäler gehen dadurch reihenweise Bankrott, aber mit Verlust muss man rechnen. Politisch werden hiernach vermutlich Stimmen laut, die Mindestkrankheitstage für Angestellte verlangen oder wenigstens einen Pflichtkonsum von Medikamenten. Man könnte zum Beispiel mit der Steuererklärung eine Packung Schmerzmittel mitliefern, oder zusammen mit den nächsten Abstimmungsunterlagen einen Gutschein für einen kostenlosen Krankheitstag – vorausgesetzt man geht bei der nächsten Erkältung zum Spezialisten.

Soweit sind wir aber noch nicht. Es bleibt uns Jungen Gesunden bis 80 Jahren im Moment nichts anderes übrig, die Leistungen der Krankenkasse einfach nicht in Anspruch zu nehmen. Indem wir in die günstigste Kasse wechseln und nie wieder krank werden, ärgern wir die Kassen unter dem Strich nämlich. Wenigstens das.

One Response to “So ärgern Sie Ihre Krankenkasse!”

  1. Genau! Wir leben schon seit Jahren exakt so; es macht Spass, wir tragen damit nichts zur Kostenexplosion bei, und bisher hatten wir mit den billigsten (oder zweitbilligsten) Kassen zudem recht Glück, während die teuren ja immer Riesen-Verwaltungsapparate sind, worunter Qualität und Preis gleichermassen leiden.

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