Spitäler bekommen Kredite von Krankenkassen

Es mutet eigenartig an, wenn das eine marode System das andere finanzieren muss. So geschehen in der Berner Privatklinik-Landschaft, die nach der Anpassung der Tarife durch das Bundesverwaltungsgericht in arge Geldnot geraten ist. Das Gericht legte die neuen Tarife fest, weil zwischen dem Verband der
AnästhesiearztPrivatspitäler des Kantons Bern und des Krankenkassenverbands Santésuisse keine Einigung erzielt werden konnte – Dabei ging es um den Tarif für Grundversicherte welche die Spitäler den Kassen verrechnen dürfen. Anästhesiearzt Wilhelm zu Dohna, vom Stadtberner Lindenhof-Spital hält gegenüber “Sonntag” fest, dass die Privatspitäler im Kanton Bern existenziell bedroht seien.

Ausgerechnet die Krankenkassen, die, vertreten durch deren Verband “Santésuisse”, beim Gerichtsentscheid gegenüber den Spitälern obsiegten, greifen nun aber den Spitälern unter die Arme. Sie gewähren den Spitälern Kredite, damit laufende Rechnungen beglichen werden können und ein allfälliger Konkurs abgewendet werden kann.  Diese Entwicklung ist ebenso absurd wie auch grotesk, helfen einander hier Parteien, die sich anderenorts hart bekämpfen. Visana-Sprecher Christian Beusch sieht auch noch eine andere Frage als zentral an: «Es darf nicht sein, dass man Spitäler ohne Rücksicht auf die Qualität auf dem juristischen Weg ausmerzt». Diese Worte deuten bereits an, das der Tarifstreit nicht nur im Kanton Bern erst so richtig ins rollen kommt.

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