Tipps gegen Prämienaufschläge im Sommer
Die Prämienrunde 2010 ist kaum eingeläutet, schon befürchtet Felix Schneuwly, Sprecher des Krankenkassenverbands santésuisse, dass rund 10% der Kassen ihre Prämien per Mitte 2010 bereits wieder anheben werden. Dies ist laut Bundesgesetz möglich und muss von den Kassen fünf Monate im Voraus beantragt werden. Welche Kassen das sind, darüber hält sich santésuisse bedeckt und auch die Kassen scheinen es mit der Offenheit nicht so streng zu nehmen. Es gibt aber auch Zeichen dafür, dass es gar nicht so weit kommt - Tipps für Versicherte.
Informiert man sich im Bekanntenkreis darüber, warum die Krankenkasse nicht gewechselt wird, obwohl “ihre” Kasse zu den teuersten im Lande gehört, schwingen die Antworten “Treue”, “Qualität” und “Kundendienst” obenauf. Offenbar stufen Schweizerinnen und Schweizer die Beständigkeit höher ein, als ein mehr oder weniger grosser Spareffekt. Umgekehrt gehen Krankenkassen aber mit einer gewissen Augenwischer-Technik mit ihren Kunden um. Einerseits werden die Prämien nicht in jenem Umfang erhöht, damit die Kosten auch tatsächlich gedeckt werden und andererseits wird den Betroffenen Kunden der 18 Kassen der vermutete Aufschlag im Sommer 2010 einfach verschwiegen.
Aber aus welchem Grund werden die Kunden nicht vorgewarnt? Der Grund könnte darin liegen, dass die betroffenen Krankenkassen darauf spekulieren, ihre Reserven im Verlaufe der nächsten Monate wieder aufstocken zu können. Diese Hoffnung wird darum genährt, weil die Börsenkurse in den vergangenen Wochen stetig nach oben gezeigt haben. Der SPI schloss heute auf dem 52-Wochenhoch und hat seit Jahresbeginn um rund 20 Prozent zugelegt. Weil Teile der Reserven in Wertpapieren wie Obligationen und Aktien investiert werden, besteht berechtigte Hoffnung, dass sich die finanzielle Basis der Krankenkassen (wie übrigens auch der Pensionskassen) erholen wird. Allerdings ist der Effekt immer etwas verzögert, weil das Kapital nicht sofort zu den besseren Konditionen investiert werden kann.
Tipps für Versicherte
Wer nur eine Police der Grundversicherung besitzt, sollte sich nicht von falscher Treue zur Krankenkasse beirren lassen. Die Berechnung einer Prämie beruht auf knallharte Zahlen und nicht auf ewige Kundentreue. Der Wechsel zur günstigsten Kasse ist für jeden Versicherten ratsam, auch wenn es sich um eine Billigstkasse handelt. Der zu erfüllende Leistungskatalog ist bei allen Anbietern der genau gleiche. Sollte diese Kasse im Sommer die Prämien erhöhen wollen, so muss die Versicherung dies ihren Mitgliedern fünf Monate im Voraus bekant geben - so will es das Gesetz. Aufgrund der Erhöhung hat der Versicherte nun das Recht auf Mitte Jahr die Krankenkasse wieder zu wechseln. Das kostet zwar Zeit und Aufwand, spart aber viel Geld.
Weiterführende Links
Kostenlose Prämienvergleiche.
Tipps zum Krankenkassenwechsel.