Warum Krankenkassenprämien steigen
Glaubt man den Sprechern von Krankenkassen und Vertretern derer Organisationen, steigen die Krankenkassenprämien nur aufgrund explodierender Gesundheitskosten. Hier und da wird noch die Finanzkrise verantwortlich gemacht, welche die Reserven (respektive die Gewinne auf die Reserven) hat schrumpfen lassen. Das ist aber nur die halbe Wahrheit, wie auch der “Beobachter” in seiner jüngsten Ausgabe berichtet.
Der Krankenkassenblog berichtete bereits im Februar dieses Jahres über die Kostenentwicklung, als bei der Helsana das Defizit von 215 Millionen Franken bekannt geworden war. Der grösste Krankenversicherer der Schweiz hat demnach pro Kunde ein Minus von 108 Franken erwirtschaftet. Nun stellt der Beobachter einen neue Zahl in den Raum: Pro Kunde betreibt eine Krankenkasse betriebliche Aufwendungen von bis zu 142 Franken. Diese Zahl ergibt sich laut Beobachter aus dem von den Versicherungen angegebenen Verwaltungsaufwand von rund einer Milliarde Franken im Jahre 2007. Damit seien die Kosten für Administration in nur sieben Jahren um fast 20 Prozent gestiegen. Alleine mit Teuerung oder Lohnkosten ist dieser anstieg nicht zu erklären, lagen diese in der gleichen Zeitspanne doch nur bei rund 8 Prozent.
Das zuständige Bundesamt für Gesundheit wiegelt indes ab. Dort geht man davon aus, dass von den Krankenkassenprämien lediglich etwa 5 Prozent in den Verwaltungsapparat fliessen und das Sparpotential eher gering sei. Tatsache ist, dass es unter den Versicherungen sehr grosse Unterschiede gibt. Dass es auch anders geht beweist die Krankenkasse assura. Vom Versicherten werden Belege erst eingefordert, wenn deren Gesamtbetrag die gewählte Franchise überschreitet. Auch Atupri beziffert Ihren Verwaltungsaufwand auf 89 Franken pro Versicherten - eine Einsparung von 53 Franken! Andere Krankenkassen wollen dagegen sämtliche entstandenen Arztkosten erfassen, was zu viel Papierkrieg, Briefverkehr und administrativen Kosten führt.
Die günstigste Kasse wählen
Würden sämtliche Versicherten auf einen Schlag zu ein und der selben Krankenkasse wechseln, würde diese die Verwaltungskosten auch nicht ohne Weiteres im Griff behalten können. Die Erfahrung zeigt aber, dass die Menschen ihrer Krankenkasse oft die Treue halten, weshalb ein schlechtes Gewissen beim Wechsel in die günstigste Kasse nicht angebracht ist. Ob die reue aus Gründen des Vertrauens oder aus reiner Gemütlichkeit gehalten wird, ist unklar. Klar ist aber, dass die Leistungen der günstigsten Kasse die genau gleichen sind, wie jene der teuersten Kasse. Erst beim Abschluss von Zusatzversicherungen sollte man sich die Mühe machen und die verschiedenen Angebote vergleichen. Auch hier gilt: Der Aufenthalt in der Halbprivatabteilung wird nicht teuerer, nur weil man den entsprechenden Zusatz bei der günstigsten Kasse abgeschlossen hat. Es ist das gute Recht jeder und jedes Versicherten, es den Krankenkassen gleich zu tun, die an jeder Ecke sparen wollen: Zahlen Sie nur soviel Prämien, wie sie wirklich müssen!
Das kann ich so nur bestätigen